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27.07.2008

ÄGYPTENS STAR-REGISSEUR

Youssef Chahine gestorben

Seine Filme erlangten Weltruhm, sein künstlerischer Anspruch war enorm, sein politisches Engagement mutig und konfrontativ: Youssef Chahine galt als wichtigster Regisseur des ägyptischen Kinos. Nun ist der Künstler in Kairo gestorben.

Kairo - Er konnte bärbeißig sein, zynisch, charmant, witzig und eitel: Regisseur Youssef Chahine, der am Sonntag 82-jährig in einem Krankenhaus in Kairo an den Folgen einer Hirnblutung gestorben ist, war der einzige ägyptische Regisseur seiner Generation, der es auch außerhalb der arabischen Welt zu Ruhm brachte. Er wurde selbst von jenen ägyptischen Intellektuellen geschätzt, die seine Filme ablehnten.

 

Regisseur Chahine: Gegen Bigotterie und Intoleranz  Sie respektierten ihn, weil er ein mutiger      Künstler war, der sich weder von der staatlichen Zensur noch von den Islamisten einschüchtern ließ. Und weil er durch sein hohes ästhetisches Niveau geholfen hat, den Ruf des ägyptischen Kinos zu retten, das in den vergangenen Jahren vor allem mit Slapstick-Komödien und lauten Actionfilmen von sich reden gemacht hat.

Für die meisten seiner jüngeren ägyptischen Kollegen hatte Chahine, der 1997 in Cannes für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, zuletzt nur noch Hohn und Spott übrig. "Das ägyptische Kino ist gestorben", erklärte er einmal in einem Interview. Die modernen ägyptischen Komödien seien ohne jedes Niveau. Kaum jemand wage sich ernsthaft an die wirklich wichtigen Themen heran.

Zwar widmete sich auch Chahine in seinem umfangreichen Werk ausgiebig den ewig-menschlichen Themen Liebe, Hass, Betrug und Glaube. Doch der koptische Christ, der in Alexandria geboren wurde und aus bürgerlichen Verhältnissen stammt, war vor allem ein politischer Regisseur. Auch in seinem letzten Kinofilm "Chaos" verstand er es meisterhaft, den großen Bogen zwischen persönlichen Dramen und einem ungerechten Gesellschaftssystem zu schlagen. "Chaos", den er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes gemeinsam mit einem jüngeren Kollegen drehte, wurde in seiner Heimat als schonungslose Abrechnung mit den ägyptischen Verhältnissen verstanden.

 

Chahine verarbeitete in seinen Werken auch historische religiöse Stoffe. Sein Film "Der Auswanderer", der nach dem Kinostart 1994 zunächst verboten worden war, ist eine eigenwillige Interpretation der biblischen Geschichte des Joseph.

 

Seiner Wut über die aus seiner Sicht zutiefst unmoralische amerikanische Außenpolitik machte Chahine, der sein Handwerk auch in Los Angeles gelernt hatte, immer wieder in Interviews Luft. Für den Weltbürger Chahine, der Englisch und Französisch sprach und der Alexandria in seiner Jugend noch als weltoffene Stadt kennengelernt hatte, in der neben Arabern auch Griechen und Italiener lebten, waren Intoleranz und Bigotterie unerträglich.

In seinem Film "Das Schicksal" (1997) über den arabischen Philosophen Averroes (Ibn Ruschd), der im islamischen Andalusien spielt, ist die Parallele zum Ägypten der neunziger Jahre, in dem radikale Islamisten ein Klima der Angst erzeugten, unübersehbar.

 

Anne-Beatrice Clasmann, dpa

 

Quelle: Spiegel Online-Kultur 27.07.2008
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30.04.2008

 

Filmvorführung: Chaos- Heya Fawda

 

Originalfassung mit deutschem Untertitel

122 Min., Dolby SR

 

Wann: Sonntag, den 01.06.2008 um 17 Uhr

 

Wo: images Essen

        Berliner Platz 4/5
          45127 Essen

 

Eintritt: gängige Cinemaxx Kinopreise

!! limitierte Plätze Kartenreservierung über möglich !!!

 

Bemerkung: Kartenverkauf 01.06.2008 ab 16:30 Uhr an der separat ausgezeichneten Kinokasse im Cinemaxx Essen.

 

Filmbeschreibung:

 

Heya Fawda heißt der Film im Originaltitel vom ägyptischen Urgestein und Regisseur Youssef Chahine. Eine politische Abrechnung mit dem ägyptischen Staat und dessen korrupten Beamten demonstriert uns Chahine in seinem aktuellen Film „Chaos“, wie er hierzulande genannt wird.
Chaos ist jedoch viel mehr eine Romantikkomödie mit teilweise gewollt überspitzten Darstellungen der einzelnen Figuren, was diesen Film eben liebenswert macht.

 

       · Regie Youssef Chahine, Khaled Youssef

       · Drehbuch Nasser Abdel Rahman

 

Darsteller:

 

       · Khaled Saleh: Hatem

       · Mena Shalaby: Nour

       · Youssef El Sherif: Sherif

       · Hala Sedky: Wedad

       · Hala Fakher: Bahia

 

Dieser Film hat an vielen internationalen Festivals teilgenommen:

 

       · Venise IEFF

       · Toronto IFF

       · Vancouver IFF

       · London IFF

       · Kerala IFF

       · Sao Paulo IFF

       · Cancun IFF

 

 

 

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